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ZUM AUFTAKT GAB ES GLEICH DRAMATIK PUR
4. April 2019
Die Ravensburg Towerstars haben zum Start der Halbfinalserie gegen den ESV Kaufbeuren den Heimvorteil genutzt und den ersten Sieg vorgelegt. Bis zur Entscheidung benötigten beide Teams und nicht zuletzt die Fans beider Lager aber Nerven wie Drahtseile, denn der finale Treffer fiel erst in der zweiten Verlängerung.
Im ersten Spielabschnitt sahen die 3418 Zuschauer in der ausverkauften CHG Arena zwar keine Tore, dafür aber typisches Playoff Eishockey zu Beginn einer Serie. Die Towerstars machten ihre Ankündigung wahr, von Beginn an die Initiative zu ergreifen. Dementsprechend mehr Präsenz hatte der Puck in der Startphase in der Zone der Gäste. So wirklich hochkarätige Tormöglichkeiten wollten da aber nicht herausspringen.
Nach rund sieben Minuten wurde die Partie deutlich ausgeglichener und auch flüssiger. Unterbrüche gab es wenige, das Spiel wog auch in Sachen guter Tormöglichkeiten ständig hin und her. In der 10. Minute war Kaufbeuren der Führung besonders nah, ein verdeckter Handgelenkschuss von Sami Blomqvist prallte allerdings vom linken Pfosten zurück ins Spiel.
Auch in den Minuten danach fanden sahen sich die Towerstars in Bedrängnis wieder. In der 14. Spielminute musste Kilian Keller bei einem Break von Alexander Thiel die Notbremse ziehen, den fälligen Penalty konnte Kaufbeuren allerdings nicht verwerten. Den von Sami Blomqvist ausgeführten Anlauf entschärfte Ravensburgs Torhüter Jonas Langmann mit guter Stockarbeit.
In den Schlussminuten des ersten Spielabschnitts sollte das Spiel aber wieder in die andere Richtung kippen. Mehrfach tauchten die Ravensburger Stürmer frei vor ESVK-Torhüter Stefan Vajs auf, es fehlte aber die Konsequenz im Abschluss. Quasi das komplett offene Tor vor Augen hatte Jakub Svoboda mit der Schlusssirene, sein Schuss zischte am langen Pfosten vorbei.
Der zweite Abschnitt legte in Sachen spielerischer Qualität eine deutliche Schippe drauf. Beide Mannschaften hielten sich nicht allzu lange in der neutralen Zone auf, die Pässe auf die Außenstürmer machte das Spiel zusehends schneller. Die Towerstars schlugen hiervon Profit, als Andreas Driendl einen Schlagschuss zwar neben das gegnerische Tor feuerte, die Scheibe von der Bande aber direkt vor die Füße von Robin Just prallte. Da ESVK-Torhüter Vajs am linken Pfosten zu Fall gekommen war, brauchte Just nur ins leere Tor einzudrücken.
In den Folgeminuten bewahrten die Towerstars zunächst ihre Dominanz und quer durch alle Ravensburger Sturmreihen eröffneten sich meist mit schnellen Kontern gute Möglichkeiten, die Führung auszubauen. Ab der zweiten Hälfte des Mitteldrittels erkämpfte sich Kaufbeuren aber die Spielanteile zurück, wenngleich der 1:1 Ausgleichstreffer der Gäste aus einem eher ungewohnten Fehler der Ravensburger Abwehr resultierte. Markus Tillich wurde an der blauen Linie völlig vergessen, den Alleingang setzte der ESVK-Stürmer flach und platziert ins linke Eck.
Das Spielgeschehen wog danach immer wieder hin und her, vor dem gegnerischen Tor versprangen aber auf beiden Seiten die entscheidenden Pässse. In der 47. Minute stockte den Zuschauern dann erneut der Atem. Ondrej Pozivil konnte Branden Gracel nur durch ein Haken vom Torschuss abhalten, wieder gab es Penalty. Doch Towerstars Torhüter Jonas Langmann parierte genauso gekonnt wie zuvor gegen Blomqvist. Kurz zuvor blieb Stefan Vajs auf der Gegenseite Sieger gegen Olivier Hinse, der schön freigespielt vor dem Kaufbeurer Tor auftauchte.
Viereinhalb Minuten vor Ende der regulären Spielzeit spiegelte sich der deutlich stärker werdende Druck der Gastgeber in einer Strafzeit der Gäste wieder, die fällige Überzahl konnten die Oberschwaben allerdings nicht zum möglicherweise vorentscheidenden Treffer nutzen. So blieb es nach 60 Minuten beim insgesamt sicher gerechten Unentschieden.
Nach 15 Minuten Pause kamen die Towerstars zunächst schwungvoller aus der Kabine, sie wollten den Gegner sichtlich mit hohem Tempo unter Druck setzen. Doch die Gäste standen sehr gut in der eigenen Zone und wenn die Towerstars unter dem Szenenapplaus der Zuschauer zu guten Angriffen kamen, gab es kein Vorbei an ESVK-Torhüter Stefan Vajs.
Insgesamt standen die Allgäuer deutlich tiefer, die Towerstars mussten dennoch immer auf der Hut vor gegnerischen Kontern sein. 20 Minuten tickten ohne entscheidenden Treffer von der Uhr, das Prozedere war bekannt: Eisbereitung, Pause, ab in ein weiteres Drittel.
In der zweiten Overtime war das Geschehen ausgeglichener als in der ersten Verlängerung, die Spannung auf den Rängen war zum Bersten. Doch nach exakt 6 Minuten und 44 Sekunden sollte sich die Anspannung auf den Rängen regelrecht explosionsartig entladen. Zunächst spielte Robin Just die Scheibe mit viel Übersicht in den Slot auf Andreas Driendl. Der lenkte die Scheibe direkt ab und zwang Stefan Vajs zu einer starken Reaktion.
Noch war der Angriff nicht beendet, denn Pawel Dronia bekam den Puck zurück in den Rückraum und hämmerte den Puck knapp über das Tor. Der dritte Versuch innerhalb weniger Sekunden führte dann zur Entscheidung. Der vom Glas zurückgeprallte Puck nahm Mathieu Pompei am rechten Bullykreis aus vollem Lauf ab und die Scheibe zischte unhaltbar zum 2:1 in die Maschen. Die Towerstars konnten damit den ersten von vier erforderlichen Siegen vorlegen, schon am Freitagabend wechselt die Serie erstmals nach Kaufbeuren. Bildergalerie
Hinweis für den weiteren Vorverkauf: Dank das Sieges konnten die Towerstars ein fünftes Heimspiel in den Playoffs sichern. Dies findet entweder in der Halbfinalserie oder im Optimalfall im Finale statt. Der Kartenvorverkauf für Playoff Heimspiel 5 läuft bereits, Dauerkartenbesitzer haben bis einschließlich Montag, 8. April ein Vorkaufsrecht auf ihren individuellen Sitzplatz. Ab Dienstag, 9. April gehen alle Tickets in den freien Verkauf.