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TOWERSTARS LEGEN NACH OVERTIME-KRIMI SIEG 1 VOR
17. März 2026
Wenn das mal kein spannender Auftakt in die Viertelfinalserie gegen die Bietigheim Steelers war! Die Ravensburg Towerstars verspielten am Dienstagabend zwar eine fulminant herausgespielte 3-Tore-Führung, feierten am Ende aber durch einen Treffer in der 9. Minute der Verlängerung doch noch den Sieg.
Alles war angerichtet in der mit 2.738 Zuschauern gefüllten und stimmungsvollen CHG Arena. Nach neuntägiger Wettkampfpause konnten die Towerstars-Cracks endlich wieder in Aktion treten. Die Lust auf Playoff-Eishockey war in Ravensburg definitiv zu spüren. Nach gewonnenem Anspielbully ging es alsbald in Richtung Gästetor. Den ersten Angriffsversuch mussten die Towerstars zwar abbrechen und neu aufbauen, doch genau dies eröffnete den Raum für den „tödlichen“ Pass von Erik Karlsson auf Mark Rassell. Dieser schob nach entschlossenem Sololauf den Puck durch die Schoner von Steelers-Torhüter Olafr Schmidt. Ganze 30 Sekunden waren da erst gespielt.
Es dauerte ein paar Minuten, da hatten die Gäste vom Ellental den Gegentreffer offensichtlich verdaut. Nach knapp fünf Minuten prüfte Cole Fonstad aus halbrechter Position Towerstars-Keeper Ilya Sharipov, zwei Minuten später war die Chance der Steelers beim Schuss von Jack Dogan noch hochkarätiger. Gewarnt vor den offensiven Stärken des Tabellenfünften der Vorrunde war die Ravensburger Defensive auch in der 8. Minute, als Brett Kemp durchbrach und Ilya Sharipov erneut retten musste.
Die aus Ravensburger Sicht brenzlige Phase war dann erst einmal vorbei. Nur wenige Sekunden nach der Chance von Kemp gab es auf der Gegenseite wieder Grund zum Jubeln. Nach starker Kombination der ersten Sturmformation drückte erneut Mark Rassell den Puck zum 2:0 über die Linie. Fortan waren die Oberschwaben nicht mehr zu bremsen. Mit schnellen und öffnenden Pässen durch die neutrale Zone hebelten die Towerstars die gegnerische Defensive mehrfach aus und in der 16. Minute war so der Weg frei für Alex Ahlroth. Der Stürmer zog über die halbrechte Seite bis zum Tor durch und umspielte auch noch Olafr Schmidt – 3:0. Die Chance, sogar mit einer noch höheren Führung in die erste Drittelpause zu gehen, ließen die Oberschwaben in numerischer Überzahl kurz danach aus.
Es war zu erwarten, dass Bietigheim im zweiten Abschnitt ein anderes Gesicht zeigen würde. Die Towerstars hatten es deutlich schwerer in der neutralen Zone und auch tauchten die gegnerischen Stürmer immer häufiger vor dem Ravensburger Tor auf. Da kamen zwei Steelers-Strafzeiten kurz hintereinander zwischen der 24. und 28. Minute gerade recht. Das Powerplay war allerdings zu durchsichtig, die Onetimer-Schützen konnten nicht in Position gebracht werden und auch die Pässe vor das Tor kamen nicht an. Das alles spielte den Gästen in die Karten. Als Simon Sezemsky in der 38. Minute eine Strafzeit wegen Stockschlags kassierte, war es dann auch passiert. Mit einem platzierten Schuss aus der Halbdistanz verkürzte Cole Fonstad auf 3:1.
Die Pause bot den Towerstars zwar Gelegenheit zur Neuabstimmung, doch Bietigheim zeigte recht schnell, dass der erste Treffer neuen Schwung gebracht hatte. Luis Ludin stand am Torraum bereit, als Filip Reisnecker zunächst das Tor umkurvt hatte. Der vermeintlich komfortable Vorsprung war geschrumpft und fortan sahen die Zuschauer auf den Rängen ein anderes Spiel. Bietigheim drückte immer stärker und in der 48. Minute hatte ein Fehlpass samt fehlender Abstimmung drastische Folgen: Cole Fonstad traf zum 3:3, alle Uhren waren wieder auf null gestellt. Positiv trotz des herben Dämpfers war, dass sich die Towerstars danach wieder sortierten. Aus spielerischer Sicht holten sie die verloren gegangenen Anteile wieder auf ihre Seite. Treffer wollten auf beiden Seiten aber nicht mehr gelingen, somit ging es in eine dritte Pause und anschließend in die Overtime. Dort wirkten die Towerstars offensiv entschlossener, Bietigheim dagegen eher defensiv kompakt und lauerte auf Konter. In der knisternden Atmosphäre dauerte es dann exakt 8 Minuten und 10 Sekunden: Ryan Odude brachte den Puck von der blauen Linie aufs Tor, Thomas Reichel hielt die Kelle hinein und der Puck schlug im Netz der Steelers ein.
Sofort bildete sich eine Jubeltraube, die sich aber erst einmal wieder auflösen musste. Die Hauptschiedsrichter signalisierten nach vehementen Protesten der Steelers, den Videobeweis konsultieren zu wollen. Wenig später herrschte mit der Durchsage des Unparteiischen aber Gewissheit: „Es lag kein hoher Stock vor, wir haben ein gutes Tor.“
„Wir haben richtig stark begonnen, mit der 3:0-Führung lief zunächst auch alles optimal. Wir haben allerdings versäumt, im Powerplay nachzulegen und haben im zweiten Drittel dann leider kontinuierlich aufgehört, die Beine zu bewegen. Das darf gegen ein Team wie Bietigheim nicht passieren. Dass wir das Spiel in der Overtime doch noch auf unsere Seite holen konnten, war enorm wichtig“, betonte Towerstars-Coach Bo Subr nach dem Spiel.
Die Towerstars haben ihren Heimvorteil in Spiel 1 nutzen können, somit geht die Serie mit einer 1:0-Führung am Freitag nach Bietigheim. Spielbeginn ist um 19.30 Uhr, das Spiel wird live auf Sporteurope.TV übertragen.
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