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Die Towerstars gingen beim Gastspiel in Weiden leider leer aus. Bild: Werner Moller
Die Towerstars gingen beim Gastspiel in Weiden leider leer aus. Bild: Werner Moller

TOWERSTARS GEBEN ZURÜCKEROBERTES SPIEL WIEDER AB

11. Oktober 2026

Ohne Punkte im Gepäck mussten die Ravensburg Towerstars am Sonntagabend die Heimreise aus Weiden antreten. Die Cracks von Coach Johan Pennerborn unterlagen den Blue Devils mit 3:4, nachdem sie einen 0:2-Rückstand bis zur 51. Minute in eine eigene Führung gedreht hatten.

Im letztlich torlosen Startabschnitt wirkten die Towerstars nicht wirklich flüssig im Spiel. Die Gastgeber, die erstmals in dieser Hauptrunde von ihrem zuletzt erkrankten Cheftrainer Dave Matsos betreut wurden, machten zu Beginn der Partie ordentlich Druck und Konrad Fiedler, der in diesem Spiel zwischen den Pfosten stand, hatte mächtig viel Arbeit. Vor allem ab der 9. Spielminute, als Robbie Czarnik wegen eines hohen Stocks mit Verletzungsfolge für vier Minuten auf der Strafbank saß. Zwar verteidigten die Oberschwaben in der Folgezeit ihre eigene blaue Linie effektiver, nach vorne liefen aber nur wenige gefährliche Angriffe. Zu hochkarätigen Chancen kamen die Towerstars erst, als in der 18. Minute auch Weiden eine Strafe kassierte. Das Powerplay führte jedoch nicht zum erfolgreichen Abschluss.

Auch im Mittelabschnitt hatten die Oberpfälzer den besseren Start, Luft verschafften sich die Ravensburger Cracks aber in der 26. Minute. Eine weitere Überzahl blieb ohne Ertrag. Das verlieh den Gastgebern offensichtlich weiteres Selbstvertrauen – mit Folgen für den Spielstand. Gerade war Weiden wieder komplett auf dem Eis, als Charlie Jahnke auf halbrechter Position durchbrach und den Puck platziert ins rechte Eck setzte. Kaum war der frenetische Jubel in der Hans-Schröpf-Arena verklungen, schlug das Spielgerät erneut im Ravensburger Gehäuse ein. Blue-Devils-Topscorer Brayden Tracey nahm den Puck im Slot direkt ab, nachdem Jordon Knackstedt hinter dem Tor nicht energisch genug bei der Passabgabe gestört worden war. Im direkt anschließenden Powerbreak hatte die Ravensburger Bank Gelegenheit, Nachjustierungen vorzunehmen. Diese zeigten insofern Wirkung, als Nick Latta einen schnellen Gegenstoß in der 34. Minute zum 2:1 nutzte. Damit war der Zwischenstand nach 40 Minuten deutlich erträglicher.

Im Schlussabschnitt hatten die Towerstars das Spiel gedreht, gaben es aber innerhalb von 198 Sekunden wieder ab. Bild: F.Enderle

Der Schlussabschnitt war dann von einem regelrechten Wechselbad der Gefühle geprägt. Bereits nach 20 Sekunden hatten die Weidener den dritten Treffer auf dem Schläger, Konrad Fiedler parierte diesen Versuch wie auch einige weitere Abschlüsse der Blue Devils mit guten Reaktionen. Man gewann jedoch zunehmend den Eindruck, dass die Towerstars frischer wirkten. Dies bestätigten sie in der 46. Minute: Simon Sezemsky zog aus der Halbdistanz ab und der Puck schlug unhaltbar zum 2:2 ein – alles war wieder offen. Die Towerstars legten hohes Tempo nach und Weiden reagierte mit einer weiteren Strafzeit. Als 40 Sekunden später ein Klärungsversuch über das Plexiglas segelte, hatten die Towerstars für eine Minute und 20 Sekunden sogar eine doppelte Überzahl. Zur Freude der mitgereisten Fans nutzten sie diese Gelegenheit alsbald. Robbie Czarnik traf aus der Halbdistanz zur erstmaligen Führung.

In der 53. Minute bejubelten die Towerstars sogar Tor Nummer vier, allerdings nur verhalten. Matt Fonteyne hatte einen Schuss von der blauen Linie mit der Schlägerkelle abgefälscht, doch Weiden reklamierte wegen eines hohen Stocks. Die Unparteiischen sahen sich die Szene im Videobeweis lange an und revidierten ihre zuvor getroffene Entscheidung. Sie werteten die Puckberührung mit dem Stock als regelwidrig, da sich dieser in der gedachten Verlängerung oberhalb der Latte befand. Der Treffer wurde daher zurückgenommen.

Anstelle der möglichen Vorentscheidung sieben Minuten vor dem Ende mussten die Towerstars noch härter um die Führung kämpfen – allerdings ohne Erfolg. In der 55. Minute ließ Brayden Tracey dem Ravensburger Keeper aus kurzer Distanz erneut keine Chance. Mit dem 3:3 war das Unheil für die Towerstars jedoch noch nicht abgewendet. 198 Sekunden später zog Maximilian Brunner auf der linken Seite zu einem Gegenangriff an und brachte die Scheibe in den Slot. Vom Schlittschuh des ehemaligen Towerstars-Stürmers Alex-Olivier Voyer wurde sie zum 4:3 ins Tor gelenkt.

Zwar sorgten die Towerstars in den verbleibenden zweieinhalb Minuten noch einmal für die eine oder andere Torszene, doch auch die Herausnahme des Torhüters zugunsten eines sechsten Feldspielers brachte nichts Zählbares mehr ein. „Wieder einmal muss ein Trainer seine Mannschaft darauf hinweisen, dass ein Eishockeyspiel nun mal 60 Minuten dauert“, sagte Towerstars-Coach Johan Pennerborn nach dem Spiel höchst unzufrieden. Damit kam sein Team mit nur zwei Punkten aus dem Wochenende und ist nun Tabellenachter.