NEWS
DOCH NOCH HAPPY END IM CHANCEN-FESTIVAL
27. Februar 2026
Die Ravensburg Towerstars sind dank eines 3:2-Siegs nach Penaltyschießen dem Viertelfinale mit Heimrecht wieder einen Schritt näher gerückt. Vor rund 3.000 Zuschauern in der CHG Arena erwies sich Crimmitschau als der erwartet schwere Gegner, der sich von einem frühen Zwei-Tore-Rückstand nicht beeindrucken ließ.
Vor dem Spiel gab es eine Ehrung der besonderen Art. Auf dem Eis stand Kunstläuferin Julia Sauter-Czarnik gemeinsam mit ihrer Trainerin Roxana Hartmann. Die 28-jährige Ravensburgerin und Ehefrau von Towerstars-Kapitän Robbie Czarnik war bei den Olympischen Winterspielen in Cortina und Mailand bekanntlich für Rumänien am Start und versprühte nicht nur als Fahnenträgerin bei der Eröffnungsfeier viel Begeisterung, sondern vor allem mit ihrer Leistung im Kurzprogramm und erst recht in der Kür. Ein 17. Platz in der Gesamtabrechnung war auf dieser größtmöglichen sportlichen Bühne für eine Athletin natürlich eine ehrenwerte Leistung.
Der Beifall für Julia Sauter war noch gar nicht richtig verhallt, da brandete auch schon der Jubel für die Towerstars auf. Nach nur 53 Sekunden legte sich Julian Eichinger die Scheibe an der blauen Linie zurecht, und der Schlenzer überraschte den sichtlosen Eispiraten-Keeper Kevin Reich. Bevor die Gäste aus Westsachsen den frühen Rückstand so richtig realisiert hatten, lag der Puck auch schon zum zweiten Mal hinter der Torlinie. Nach mehreren Großchancen zuvor stand Towerstars-Goldhelm Mark Rassell am Torraum und drückte in der 5. Minute zum 2:0 ein. Auch im weiteren Verlauf des Startabschnitts waren die Gastgeber drückend überlegen, sie mussten sich allerdings vorwerfen lassen, aus ihren Chancen zu wenig Profit zu schlagen. Die Eispiraten, denen in den ersten rund zehn Minuten komplett der Zugriff ins Spiel fehlte, kamen erst in den letzten fünf Minuten gefährlich vor das Ravensburger Tor.
Das Torschussverhältnis nach dem ersten Drittel von 20:6 sprach Bände, kaufen konnten sich die Towerstars davon allerdings nichts. Eispiraten-Torhüter Kevin Reich war nun so richtig warmgeschossen und zeigte starke Reaktionen, was seinen Vorderleuten offensichtlich auch mehr Selbstvertrauen verlieh. Die Towerstars bekamen immer wieder Probleme mit den gefürchteten Kontern. Es war jedoch eine Strafzeit gegen Philipp Mass, die Crimmitschau so richtig zurück ins Spiel brachte. Der Ravensburger Verteidiger musste wegen Hakens vom Eis, 30 Sekunden vor Ablauf der Strafe hatten die Gäste die numerische Überzahl auch schon genutzt. Ex-Förderlizenzstürmer Louis Brune traf zum 2:1. An Chancen, den alten Vorsprung wiederherzustellen, mangelte es danach wahrlich nicht. Allerdings fehlte den Towerstars die letzte Konsequenz im Abschluss, und bei so manchem Schuss war den Oberschwaben das viel zitierte Scheibenglück wahrlich nicht hold. Erst recht nicht in der 32. sowie 38. Minute, als jeweils ein Eispirat auf der Strafbank weilte. Zwar hielten die Towerstars im Powerplay den Puck im gegnerischen Drittel, ein Treffer wollte dennoch nicht gelingen.
Damit war für das Schlussdrittel Hochspannung angesagt. Auch wenn die Towerstars weiterhin die klareren Chancen und zudem ein optisches Übergewicht hatten, blieben die Eispiraten immer brandgefährlich. Eispiraten-Topstürmer Corey Mackin zog aus spitzem Winkel ab, und der Puck fand am kurzen Pfosten eine scheckkartengroße Lücke bei Towerstars-Keeper Nico Pertuch – der 2:2-Ausgleich. In der Schlussphase drängten die Towerstars auf die späte Entscheidung, doch auch ein Zwei-gegen-Null-Break mit Robbie Czarnik und Mark Rassell führte nicht zum Torerfolg. Sekunden zuvor war es zu dramatischen Szenen auf der Gegenseite gekommen, als der Puck quasi herrenlos vor dem weit offenen Ravensburger Tor liegen blieb. Mehr passierte dann nicht, es ging in die Overtime.

Erfolgeicher Penalty von Simon Sezemsky- Bild: Kim Enderle
Dort drohte den Towerstars in Unterzahl der „Sudden Death“. Nach knapp zwei Minuten musste zunächst Julian Eichinger eine Notbremse ziehen, vier Sekunden vor Ablauf der Strafzeit schickten die Unparteiischen auch noch Mark Rassell auf die Strafbank. Die Towerstars wehrten sich jedoch beherzt gegen das Powerplay der Gäste und retteten sich ins Penaltyschießen. Das war in dieser Saison bekanntlich eher nicht die Stärke der Towerstars – an diesem Abend war das jedoch anders. Simon Sezemsky eröffnete erfolgreich, Corey Mackin glich für Crimmitschau aus. Bei den zweiten Anläufen traf Odeen Tufto in gewohnter Manier, während Nico Pertuch beim Versuch von Gregory Kreutzer stark mit der rechten Beinschiene reagierte. Da Sekunden später Alec Ahlroth im dritten Penalty ebenfalls erfolgreich war, war der dritte Anlauf von Crimmitschau hinfällig, und der Zusatzpunkt war gebucht.
„Natürlich hätten wir gerne drei anstatt zwei Punkte geholt. Aber wir hätten uns auch nicht über nur einen Zähler beschweren dürfen“, resümierte Towerstars-Coach Bo Subr und ergänzte: „Wir haben es leider versäumt, die Vielzahl der hochkarätigen Chancen zu verwerten. Darum wogen die glücklich erzielten Tore von Crimmitschau am Ende auch schwer.“
Am Sonntag sind die Towerstars ab 18.30 Uhr in Freiburg gefragt. Sie treffen in der „Echte-Helden-Arena“ auf einen Gegner, der seine Hausaufgaben zur Vermeidung der Playdowns erledigt und einen 4:3-Auswärtssieg in Regensburg geholt hat. Die Towerstars wollen jedoch auf sich selbst schauen. Sie haben den Vorsprung auf Bietigheim auf vier Punkte ausgebaut und haben – vorbehaltlich der Ergebnisse der Konkurrenz – die große Chance, das Viertelfinale und gar den vierten Platz vorzeitig in trockene Tücher zu bringen. Sportdeutschland.TV überträgt das Spiel selbstverständlich live.
LINK-TIPP