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DERBY LÄSST KEINE WÜNSCHE OFFEN
26. Oktober 2018
Die Ravensburg Towerstars haben ein attraktives Derby gegen Kaufbeuren mit 4:3 gewonnen. Beide Mannschaften boten vor restlos ausverkauften Rängen eine starke Leistung und ein sehr fair geführtes Spiel.
Bildergalerie Alle Tore im Highlight-Zusammenschnitt
Die Startminuten gestalteten sich fast untypisch für ein derartiges Derby. Es gab keine frühen Strafzeiten, nur ganz wenige Unterbrüche und auch auch sonst lief bei beiden Teams weitgehend alles rund. Aus Ravensburger Sicht machte sich dies nach sechs Minuten auch beim Spielstand bemerkbar. Die Towerstars erarbeiteten sich durch schnelles Umschalten einen 3-2 Konter, diesen fuhr der aus halblinker Position anfahrende Olivier Hinse eiskalt mit einem Schuss in den rechten Torwinkel zu Ende.
Der Jubel beim Torschützen und den Fans war riesengroß, allerdings hatte die Ravensburger Führung nur 63 Sekunden Bestand. Nach einem Puckverlust hinter dem eigenen Tor ließen die Gäste aus dem Allgäu zwei blitzschnelle Pässe laufen und Liga-Topscorer Sami Blomqvist nutzte die freie Schussbahn.
Beide Mannschaften hatten im abwechslungsreichen Verlauf des ersten Spielabschnitts sehr gute Möglichkeiten auf weitere Treffer, doch sowohl Gäste-Keeper Stefan Vajs, als auch Towerstars Jonas Langmann präsentierten sich in bestechender Form. So gelang beiden Mannschaften auch bei jeweiliger Überzahl bis zur ersten Pause kein weiterer Treffer.
Das sollte sich dann im zweiten Spielabschnitt recht früh ändern. Ganze 78 Sekunden waren gespielt, da wurde Brandon Gracel von Julian Eichinger mit einem Pass durch den Slot angespielt und der ESVK-Neuzugang schob den Puck zur 1:2 Führung über die Linie.
Zwar drückte Kaufbeuren in den nächsten drei Minuten weiter, doch die Towerstars antworteten in der 29. Minute prompt. Daniel Pfaffengut gewann das Bully vor dem Kaufbeurer Tor und der von Thomas Merl danach abgefeuerte Puck zischte über die rechte Schulter des überraschten ESVK-Keepers ins linke Eck.
Der 2:2 Ausgleich verlieh den Oberschwaben mächtig Selbstvertrauen und selbst in Unterzahl war Daniel Pfaffengut in der 30. Minute um Zentimeter der Führung nahe. Er scheiterte bei seinem Solo allerdings an Vajs, der die Absicht seines früheren Teamkollegen wohl schon roch.
Der Puck ging sofort in die andere Richtung und den nachfolgenden Konter schlossen die Buron Joker eiskalt ab. Bei der 3-2 Situation rechnete die Ravensburger Defensive samt Torhüter mit einem Querpass, doch Sami Blomqvist zog selbst ab – Kaufbeuren lag erneut in Führung.
Wieder stellte sich bei den Towerstars keine Schockwirkung ein. Der Druck auf den Gegner wurde in den Folgeminuten immer höher und mit einer sehenswerten Kombination traf erneut Thomas Merl frei am linken Pfosten zum 3:3 Ausgleich.
Dass der tosende Jubel auf den Rängen den Towerstars einen richtigen Push gab, zeigte sich zwei Minuten später. Robbie Czarnik lauerte im gegnerischen Drittel auf ein Missverständnis der Gäste beim Spielaufbau, schnappte sich die Scheibe und drückte den Puck nach Umkurvung von Vajs zum 4:3 über die Linie. Dieses Tor in der 37. Minute sorgte für weiteren Schwung, 40 Sekunden vor der zweiten Pause hatte beispielsweise Mathieu Pompei das 5:3 vor Augen. Sein Schuss war allerdings zu hoch angesetzt.
So ging es mit der knappen Ravensburger Führung ins Schlussdrittel und das war unbestritten eines der spannendsten und attraktivsten der bisherigen Hauptrunde. Das Spiel wog hin und her und beide Mannschaften hatten Riesenmöglichkeiten auf dem Schläger. So richtig dramatisch wurde es, als Martin Kokes in größter Not vor dem eigenen Tor eine Strafzeit aufgebrummt bekam und die Towerstars fünf Minuten vor Ende der Partie in Unterzahl agieren mussten. Doch das Team von Coach Jiri Ehrenberger rackerte aufopferungsvoll und überstand diese gefährliche Phase unbeschadet.
Äußerst clever agierten die Oberschwaben auch in der Schlussphase, als die Gäste den Torhüter für einen sechsten Feldspielers zogen und alles auf eine Karte setzten. Doch die Zeit tickte zugunsten der Towerstars herunter und der elfte Sieg im zwölften Spiel war Fakt. „Das war heute absolute Werbung für unseren Sport“, sagte Trainer Jiri Ehrenberger nach dem Spiel prägend.
1:0 06:07 Hinse (Kokes) 1:1 07:10 Blomqvist (Eichinger, Ketterer) 1:2 21:18 Gracel (Eichinger, Lewis) 2:2 28:39 Merl (Pfaffengut) 2:3 30:09 Blomqvist (Gracel, 5:4) 3:3 34:27 Merl (Schwamberger) 4:3 36:44 Czarnik. Strafminuten: Ravensburg 8, Kaufbeuren 4, Zuschauer: 3418 (ausverkauft)