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Thomas Reichel bei einer Chance im 2. Spielabschnitt. Bild: Kim Enderle
Thomas Reichel bei einer Chance im 2. Spielabschnitt. Bild: Kim Enderle

„UDO“ SCHIESST DIE TOWERSTARS ZUR 3:2 SERIENFÜHRUNG

27. März 2026

Die Ravensburg Towerstars haben an die Tür zum Halbfinale angeklopft! Allen Widrigkeiten eines frühen 0:2-Rückstands und weiteren ungünstigen Situationen zum Trotz gelang dem Team von Coach Bo Subr ein 4:3-Heimsieg, der den Towerstars zwei Matchpucks einbrachte. Gefeierter Held war das Ravensburger Eigengewächs Ryan Odude, der Team und Fans in der 5. Minute der Overtime mit seinem ersten Profitor erlöste.

Die Towerstars hatten vor 3.333 Zuschauern nicht gerade einen vielversprechenden Start in das fünfte Viertelfinalduell gegen Bietigheim. Noch nicht einmal fünf Minuten waren gespielt, da ging Denis Pfaffengut zu rustikal in einen Check gegen Brett Kemp. Während der Steelers-Stürmer verletzt in die Kabine musste, war auch für Denis Pfaffengut das Spiel mit einer 5+Spieldauerstrafe vorzeitig beendet. Es dauerte genau 15 Sekunden, da hatten die Gäste das Powerplay auch schon genutzt. Weil der Treffer zum 0:1 recht einfach fiel, legte Tyler McNeely drei Minuten später auch gleich das 0:2 nach. Ein Schock für die Towerstars, die eine Minute nach Ablauf der langen Unterzahl die nächste Strafe kassierten. Diesmal standen die Special Teams aber besser in der eigenen Zone und verhinderten den nächsten Gegentor-Nackenschlag. Nach der langen Unterzahlzeit taten sich die Towerstars schwer, den Rhythmus zu finden. Wirkliche Torchancen auf den Anschlusstreffer gab es keine – auch nicht in der 17. Minute, als Bietigheims Bastian Eckl zwei Minuten auf der Strafbank saß. Sowohl Zuschauer als auch das Ravensburger Team sehnten sich der Drittelpause entgegen – sie gab Gelegenheit zur Aufarbeitung.

Im zweiten Abschnitt war schnell zu erkennen, dass die Towerstars den viel zitierten „Reset-Knopf“ gedrückt hatten. Das Spiel lief geradlinig nach vorne und die effektive Defensive begann schon in der neutralen Zone. Das eröffnete in der 23. Minute auch eine vielversprechende Konterchance. Doch Steelers-Keeper Florian Mnich parierte den ersten Schuss von Alec Ahlroth, Odeen Tufto verpasste den Nachschuss knapp. Letzterer war fünf Minuten später dann aber doch erfolgreich. Nach einem Patzer der Gäste an der gegnerischen blauen Linie zog der US-Amerikaner entschlossen auf und davon und traf konsequent zum 1:2-Anschlusstreffer ins rechte Eck. Die Zuschauer in der CHG Arena sahen fortan ein anderes, spannendes Spiel mit Chancen auf beiden Seiten. Auch Towerstars-Keeper Ilya Sharipov war mehrfach gefragt, so auch in der 33. Minute. Hier parierte er eine hammerharte Direktabnahme im Slot mit der Fanghand.

Diese Szene markierte eine Phase, in der die Steelers besonders druckvoll agierten. Alex Dostie hätte den Towerstars dabei auch einen herben Nackenschlag verpassen können, er schob die Scheibe aber am linken Pfosten vorbei. Einige Zuschauer hatten sich in der Schlussminute des Mitteldrittels schon auf den Weg zum Pausengetränk gemacht, als die erste Ravensburger Sturmreihe nochmals einen Angriff fuhr und Kapitän Robbie Czarnik einen Handgelenkschuss aufs Tor brachte. Die Scheibe schlug im langen Eck ein – 0,6 Sekunden standen noch auf der Uhr: der 2:2-Ausgleich.

Das Momentum dieser Szene nahmen die Hausherren auch über die Pause hinweg mit. Ganze 22 Sekunden nach dem Anspielbully erwischten die Towerstars die Steelers-Defensive in einer zu späten Abstimmung und der frei stehende Mark Rassell drückte zum 3:2-Führungstreffer ein. Das Spiel war nun komplett auf links gedreht. Begünstigt durch den Treffer lief den Towerstars das Spiel vermeintlich leicht von der Hand. Weil die Gäste aber jetzt weniger Fehler anboten, agierte das Team von Coach Bo teils schon in der eigenen Zone zu kompliziert und verkrampft – das hatte Folgen. Knapp 48 Minuten waren gespielt, als Mike Fischer vor dem Tor nicht eingebremst werden konnte und zum 3:3-Ausgleich einnetzte. In den verbleibenden zwölf Minuten vermieden beide Teams ein wirklich hohes Risiko. Chancen gab es durchaus, aber die Abwehrabteilungen arbeiteten effektiv und brachten das Spiel über die Zeit. Im fünften Aufeinandertreffen der Serie ging es also zum vierten Mal in die Verlängerung. So mancher Zuschauer befürchtete in der dritten Pause gar ähnliche Szenen wie beim DEL2-Rekordspiel zwischen Rosenheim und Regensburg, bei dem Spiel 3 erst in der vierten Overtime und der 123. Spielminute entschieden wurde.

Doch dazu sollte es nicht kommen. Vier Minuten und 44 Sekunden waren gespielt, da schoss Ryan Odude von der blauen Linie aufs Tor und und der Puck zischte über die Fanghand des Steelers-Torhüters zum entscheidenden 4:3 ins Netz. Eine fast identische Szene gab es bereits in Spiel 1, da wurde der Puck aber von Thomas Reichel nach abgelenkt. Diesmal ging der „Game Winner“ jedoch eindeutig auf das Konto des Ravensburger Eigengewächses, dem mit seinem ersten DEL2-Profitor ein ganz besonderer Moment gelang.

Jubel nach dem Siegtreffer von Ryan Odude. Bild: Kim Enderle

Die CHG Arena tobte, als Ryan Odude – von den Kollegen nur „Udo“ genannt – vermeintlich gelassen den Arm hob, dann aber sofort von der jubelnden Spielertraube beinahe erdrückt wurde. Der Treffer bescherte den Towerstars den dritten Sieg in der Serie. Folgerichtig haben die Towerstars nun zwei Matchpucks im Kampf um den Einzug ins Halbfinale. Sie erwartet jedoch jetzt das schwerste Spiel der Saison, denn die Steelers werden am Sonntag in eigener Arena alles daransetzen, ein siebtes Spiel zu erzwingen.

„Natürlich lief in diesem Spiel vieles nicht günstig für uns. Das fing bei der großen Strafe und zwei Gegentoren an, auch haben wir nach der 3:2-Führung unsere zuvor erfolgreiche Spielweise fahrlässig abgelegt. Aber wir haben es irgendwie geschafft, das wieder hinzubiegen. Das nehmen wir natürlich gerne so mit“, sagte Towerstars-Coach Bo Subr.

Spielbeginn am Sonntag in der Bietigheimer EgeTrans Arena ist um 17 Uhr. Das Spiel wird live auf Sporteurope.TV übertragen. Fans, die das Spiel im Team verfolgen wollen, finden mit der Übertragung im Erdgeschoss des Stadionrestaurants Eiszeit eine gute Möglichkeit. Der Eintritt ist frei, für Getränke und Vesper ist gesorgt.

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