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Wie viele Zuschauer in die CHG Arena dürfen, ist weiterhin nicht geklärt. Archivbild: Kim Enderle
Wie viele Zuschauer in die CHG Arena dürfen, ist weiterhin nicht geklärt. Archivbild: Kim Enderle

SAISONSTART: NEUE LEITLINIE – VIELE NEUE FRAGEN

16. September 2020

Am Dienstag haben die Ministerpräsidenten der Länder unter anderem auch über die Rückkehr von Zuschauern bei Teamsport-Veranstaltungen beraten und eine Marschrichtung vorgegeben, die in der Öffentlichkeit jetzt in verschiedenster Form diskutiert und interpretiert wurde. Aus Sicht der Ravensburg Towerstars hat Geschäftsführer Rainer Schan die derzeit brennendsten Fragen und deren aktueller Sachstand kompakt zusammengefasst.

Die Ministerpräsidenten der Länder haben die Leitlinie verfasst, dass die Clubs in Form eines Probebetriebs ihre Heimspiele mit 1000 Zuschauern durchführen können, darüber hinaus gelten aber maximal 20 Prozent der üblichen Stadion-Kapazität. Bedeutet dies, dass in der CHG Arena eine Zuschauerzahl von 1000 Fans zugelassen ist?

„Leider lässt sich das nicht pauschal sagen. Die jetzt veröffentlichte Richtlinie der Ministerpräsidenten-Konferenz ist formell nur eine Empfehlung. Die konkrete Zulassung für die CHG Arena erfolgt anhand der Verordnungen des Landes Baden-Württemberg. Die Stadt Ravensburg, konkret das für die Sportstätten zuständige Amt für Schule, Jugend und Sport, wartet derzeit noch auf die aktuelle Auslegung des Landes. Erst wenn diese erfolgt ist, können wir uns mit allen relevanten Beteiligten für konkrete Details in der CHG Arena treffen und eine Zuschauerzahl definieren. Wir hoffen natürlich, dass es so viele Fans wie möglich sein werden.“

 

Bedeutet die aktuellste Richtlinie der Politik, dass am 6. November auch tatsächlich der Start der DEL2 Hauptrunde erfolgt?

„Am kommenden Freitag werden sich die Clubverantwortlichen der DEL2 in einer virtuellen Gesellschafterversammlung beraten und darüber einen Beschluss fassen.“

 

Setzt man die jetzt veröffentlichte Richtlinie auf die CHG Arena um, werden in Ravensburg maximal 1000 Zuschauer zugelassen. Dies wäre sogar weniger, als die Anzahl der jetzt schon vorreservierten Sitzplatz-Dauerkarten. Wie wird letztlich entschieden, wer Eintrittskarten für die Heimspiele erhält?

„Die Frage bereitet uns jetzt schon schlaflose Nächte. Wir haben ja gleich mehrere Interessengruppen. Sitzplatzsponsoren, bisherige Stehplatz-Zuschauer sowie VIP- und Businesskunden aus dem Sponsoren-Umfeld. Wir müssen jetzt erst einmal abwarten, wie die zugelassene Zuschauerzahl definiert ist und wie lange diese Bestand hat.“

 

Mit welchen Hygienevorschriften ist bei den Heimspielen zu rechnen?

„Es gibt einige Details, die schon länger in den Konzepten feststehen. Beispielsweise das Verbot von Gästefans oder das Ausschankverbot alkoholischer Getränke. In der neuen Richtlinie ist jetzt auch wieder die Rede davon, dass die Zuschauer Mindestabstände auf den Plätzen wahren müssen. Leider bedauern wir sehr, dass die Mindestabstände nicht durch das Tragen von FFP2 oder FFP3 Masken während des Spiels reduziert werden können. Diese Option hatten wir schon in einer frühen Phase angeregt, das würde mehr Zuschauer möglich machen.“

 

Die neue Richtlinie ist als sechswöchige Testphase deklariert. Was bedeutet das für die Zuschauerzahlen?

„Natürlich hoffen wir, dass wir zum geplanten Start der Hauptrunde oder im weiteren Saisonverlauf mehr als die maximal 1000 Zuschauer in die CHG Arena lassen dürfen. Aber das sind Faktoren, die niemand einschätzen kann. Wir hoffen zum einen, dass sich das Hygienekonzept in den Vorbereitungsspielen bewährt und es weder bei uns, noch in anderen Stadien zu Rückschritten kommt, welche die Leitlinien infrage stellen. Über allem steht aber das Infektionsgeschehen im Herbst.“

 

Der Bund hat ein Hilfs- und Konjunkturpaket für den Sport auf den Weg gebracht, der die finanziellen Verluste der Clubs ausgleichen soll. Lässt sich eine Saison damit beruhigter spielen?

„Es ist grundsätzlich sehr erfreulich, dass die Clubs mit diesen Mitteln rechnen können, allerdings gibt es einige Details zu bedenken. Die Zuteilung der Gelder ist an zwei Zeiträume der finanziellen Einbußen geknüpft, gesamt aber nur bis zum Ende dieses Jahres. Es werden auch nur 80 Prozent der Vorjahreseinnahmen des jeweiligen Zeitraums zugeteilt. Was es ebenfalls zu beachten gilt: Das Hilfsprogramm endet am 31. Dezember. Sollten wir die gesamte Saison mit deutlich reduzierten Zuschauerkapazitäten spielen müssen, wäre ein weiteres Hilfspaket für das nächste Jahr unabdingbar. Ansonsten würde es sportartenübergreifend für alle Clubs richtig eng.“

 

Wie sieht der sportliche Zeitplan derzeit aus?

„Wenn die DEL2 Gesellschafter am Freitag entscheiden, dass die Hauptrunde am 6. November startet, wird das Team am 1. Oktober mit der Vorbereitung starten. Wir haben dann rund fünf Wochen, die auch ausreichen werden. Die Jungs haben im Sommer bei ihrem eigenverantwortlichen Training sehr gut gearbeitet und werden physisch absolut bereit sein.“