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Bitteres Aus nach starkem Schlussdrittel

10.03.2018 - Die Ravensburg Towerstars haben den Serienausgleich in den Pre-Play-offs gegen Crimmitschau nicht mehr geschafft. Sie unterlagen mit 2:3 nach Verlängerung, nachdem sie einen 0:2 Rückstand egalisierten und danach ganz nahe an der eigenen Führung waren. Die Saison ist damit bitter zu Ende gegangen, die Enttäuschung ist im Ravensburger Lager entsprechend groß.

Von: F.Enderle, Towerstars Pressesprecher

Bild: F.Enderle

Die Aufstellung von Trainer Jiri Ehrenberger bot vor diesem zweiten Pre-Play-off Spiel ein interessantes Bild. Durch das Comeback von Stürmer Robin Just konnten die Towerstars in den ersten drei Sturmreihen so auflaufen, wie es schon vor dem Start in die Hauptrunde im September angedacht war. Aufgrund der bekannten Verletzungsmisere kam diese Konstellation allerdings nie zu Stande.

Die ersten Szenen gehörten den Gastgebern, die von ihrem Heimpublikum in beeindruckender Lautstärke nach vorne gepeitscht wurden. Bereits nach einer Minute musste Towerstars Keeper Jonas Langmann zwei Schüsse parieren. Auch ab der zweiten Minute stand der Ravensburger Torhüter im Blickpunkt, als Marc Schmidpeter für zwei Minuten auf die Strafbank musste. Glück hatte Jonas Langmann, dass Eispiraten Stürmer Vincent Schlenker frei vor dem Tor angespielt den Puck nur über das Gehäuse lenkte.

Auch die Towerstars kamen zu Chancen, in der 9. Minute tauchte Mathieu Pompei frei am linken Pfosten auf. Er schob den Puck allerdings rechts vorbei. Eine Zeigerumdrehung später kam es dann zum ersten Treffer der Partie, allerdings auf der Gegenseite. Ein schlampiger Aufbaupass wurde abgefangen und sofort vor das Tor weitergespielt. Eispiraten Topscorer Patrick Pohl umkurvte letztlich Jonas Langmann und schob sicher zum 1:0 ein. Die Riesenchance auf den Ausgleich hatte in der 15. Minute Kapitän Vincenz Mayer auf dem Schläger, in numerischer Überzahl scheiterte er frei vor dem Torraum mit einem Rückhandschlenzer an Brett Kilar.

Die Startphase des zweiten Spielabschnitts gehörte dann klar den Towerstars, Robin Just hatte beim ersten Wechsel der zweiten Sturmreihe bei einem 2:1 Konter den Ausgleich vor Augen. Auch Adam Lapsanski verbuchte wenig später auf der rechten Seite eine gute Einschussmöglichkeit. Doch genau in diese Phase absoluter Spielkontrolle platzte das 2:0 der Gastgeber. Patrick Pohl legte nach einem gewonnenen Bully zurück auf André Schietzold und dessen Schlagschuss segelte nach kurzer Zwischenstation der Torhüterfanghand hinter Jonas Langmann ins Tor.

Die Partie war offensichtlich an einem Schlüsselmoment angekommen und wurde ruppiger auf beiden Seiten. Während die Regelverstöße in den Zweikämpfen auf beiden Seiten noch nachvollziehbar waren, zeigte sich die Ravensburger Bank mit gleich zwei Entscheidungen gegen Jonas Langmann alles andere als zufrieden. Weil das Gehäuse bei einer Seit- bzw. Rückwärtsbewegung aus der Verankerung sprang, werteten die Unparteiischen dies als Absicht und verhängten kurz hintereinander zwei Strafzeiten gegen den Towerstars Torhüter. Weil bei beiden Teams bereits Spieler auf der Strafbank saßen, brach Chaos bei der Spielstatistik und der Anzeigetafel aus. Minutenlang diskutierten die Unparteiischen mit der Zeitnahme und den Trainern, bevor das Spiel endlich weitergehen konnte. Sportlicher Fakt, aus Ravensburger Sicht immerhin erfreulich: Eine vierminütige Unterzahl bei 3:5 überstanden die Towerstars schadlos.

Für den Schlussabschnitt war die Vorgabe einfach definiert. Es musste möglichst schnell der Anschlusstreffer her. Adam Lapsanski hatte nach knapp einer Minute eine vielversprechende Aktion, sein Schlagschuss zischte allerdings einen halben Meter am rechten Pfosten vorbei.

In der 45. Minute leisteten sich die Gastgeber innerhalb einer Minute gleich zwei Strafzeiten, die doppelte Überzahl wussten die Oberschwaben zu nutzen. Nachdem Ondrej Pozivil den Puck nur an die Latte geknallt hatte, passte beim Schuss von Adam Lapsanski alles. Der Puck schlug unhaltbar zum 2:1 Anschlusstreffer ein.

Jetzt wackelten die Eispiraten und die Towerstars nahmen das gegnerische Tor weiter unter Beschuss. In der 51. Minute war der Puck zum zweiten Mal im Netz, Vincenz Mayer hatte entscheidend abgefälscht. Bis die Towerstars jubeln durften, war jedoch Geduld angesagt. Die Unparteiischen konsultierten zuerst den Videobeweis.

Die Towerstars hatten dadurch eine ordentliche Portion Selbstbewusstsein getankt, sie hatten klar mehr vom Spiel. Was allerdings fehlte, war die Präzision und das Glück im Abschluss. In den letzten drei Minuten der regulären Spielzeit spielten sich dann auf beiden Seiten heiße Szenen ab, doch beide Torhüter brachten mit starken Paraden ihre Teams in die dritte Pause.

In der Overtime sollte die Entscheidung bereits nach 88 Sekunden fallen. Gleich zwei Schüsse der Eispiraten prallten vom Schoner von Jonas Langmann ab und letztlich direkt vor die Füße des freistehenden Pohl. Dieser behielt aus halbrechter Position die Nerven und schlenzte zum alles entscheidenden 3:2 Siegtreffer für Crimmitschau ein.

Es war ein bitteres und vor allem jähes Ende einer Saison mit Höhen und Tiefen. Jetzt gilt es, die Enttäuschung erst einmal sacken zu lassen, bevor sich die Blicke in Richtung neuer Saison richten werden.

1:0 09:52 Pohl (Schlenker, Saarinen) 2:0 27:14 Schietzold (Pohl) 2:1 44:45 Svoboda (Lapsansky, Roloff, 5:3) 2:2 49:37 Mayer (Kruminsch, Kokes) 3:2 61:28 Pohl (Walsh, Olleff) Strafminuten: Crimmitschau 6,  Ravensburg 12. Zuschauer: 2623

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