News

Krimi in der Overtime bleibt ohne „Happy End“

28.12.2017 - Die Ravensburg Towerstars haben ein vermeintlich verloren geglaubtes Spiel mit viel Kampf und Moral noch ausgeglichen, mussten sich nach Verlängerung aber mit einem Punkt zufrieden geben.

Von: F.Enderle, Towerstars Pressesprecher

Die Towerstars hatten nach einem 0:2 Rückstand noch den Sieg vor Augen. Bild: F.Enderle

Bietigheim Steelers – Ravensburg Towerstars 3:2 n.V. (1:0,1:0,0:2)

Zurückhaltung und Abwarten stand in dieser Partie trotz erneut belasteter Personalsituation offensichtlich nicht in der Taktik von Trainer Jiri Ehrenberger. Sofort nach dem Anspielbully rollte der erste Angriff selbstbewusst nach vorne und schon nach acht Sekunden hatte Brian Roloff freistehend im Slot die Führung auf dem Schläger. Auch in den Folgeminuten hatten die Towerstars mehr vom Spiel und ließen durch gute Arbeit in der neutralen Zone nur wenige gegnerische Chancen zu.

Erst nach rund fünf Minuten schien Tabellenführer Bietigheim den Rhythmus gefunden zu haben und Towerstars-Keeper Jonas Langmann bekam deutlich mehr zu tun. Wenig zu halten gab es für ihn allerdings in der 12. Spielminute. Vor dem Ravensburger Tor war viel Verkehr, Kody Schwarz drückte einen scharfen Pass von Shawn Weller über die Linie. Die Hauptschiedsrichter schauten sich die Szene wegen des Verdachts eines Schlittschuh-Tores zwar nochmals an, der Treffer sollte aber zählen. Mit der Führung im Rücken hatten die Steelers danach etwas mehr Spielanteile, es gab bis zu ersten Pause aber durchaus die eine oder andere Konterchance für die Towerstars.

Im zweiten Abschnitt starteten die Oberschwaben nicht gerade vielversprechend. Eine aus dem Startdrittel übernommene Strafzeit gegen Sören Sturm überstanden die Unterzahlformationen zwar schadlos, zweieinhalb Minuten später war es dann aber passiert. Ein Puckverlust in der gegnerischen Zone ermöglichte Bietigheim einen 2:1 Gegenstoß, René Schoofs verwandelte über die rechte Seite kommend letztlich selbst zum 2:0. Rund fünf Minuten brauchten die Towerstars um den zweiten Gegentreffer zu verdauen - dann lief es wieder deutlich besser. Eine Riesenchance hatte Robin Just in der 30. Minute, als er von David Zucker schön im Slot freigespielt wurde. Er fand seinen Meister allerdings in seinem letztjährigen Kollegen Martinovic, der den Puck mit der Fanghand parierte.

Auf die steigende Chancenfrequenz der Towerstars reagierten die Gastgeber mit höherem Tempo, das die Towerstars allerdings gut mitgingen. Eine halbe Minute vor der zweiten Pause hätte ein Angriff über Mathieu Pompei und David Zucker sicherlich einen Treffer verdient gehabt, doch erneut konnte Martinovic für sein Team den 2-Tore Vorsprung retten.

Im Schlussabschnitt hatte Brian Roloff nach nur 20 gespielten Sekunden den 2:1 Anschlusstreffer dicht vor Augen. Zusammen mit Daniel Schwamberger fuhr er einen 2:1 Konter, der Puck rutschte aber am linken Pfosten vorbei. Danach wog die Partie weitgehend ausgeglichen hin und her, das alleine reichte den Towerstars aber freilich nicht. Mit aller Kraft wurde das Vorchecking noch einmal forciert und die Steelers so unter Druck gesetzt. Damit wurde Bietigheim fehleranfälliger und die Towerstars kamen verstärkt zu Chancen.

Vier Minuten vor Ende der regulären Spielzeit bekam Brian Roloff von einem Bietigheimer Verteidiger die Scheibe fast schon mustergültig aufgelegt und diesmal vollstreckte der US-amerikanische Stürmer eiskalt in den rechten Torwinkel. Die Towerstars warfen jetzt alles nach vorne, allerdings konnte Towerstars Trainer Jiri Ehrenberger erst sehr spät den Torhüter zugunsten eines 6. Feldspielers vom Eis holen. Doch es reichte. 62 Sekunden standen noch auf der Uhr, als Robin Just aus fünf Metern die Scheibe unhaltbar zum 2:2 Ausgleich ins rechte Kreuzeck schlenzte. Der Gäste-Fanblock der Towerstars explodierte regelrecht vor Jubel. Kurz danach eröffnete sich aufgrund einer Bietigheimer Strafzeit sogar die Chance auf den 3-Punkte Sieg. Doch sowohl in der verbleibenden dreiviertel Minute der regulären Spielzeit, als auch in der Verlängerung wollte der Puck nicht den Weg ins gegnerische Tor finden.

Die Overtime blieb dramatisch. Nach knapp zwei Minuten entwischte Shawn Weller in Richtung Ravensburger Tor, er kam vor einem möglichen Abschluss allerdings zu Fall, ohne dass Vincenz Mayer regelwidrig eingegriffen hätte. Zur Verärgerung der Ravensburger Bank entschied Hauptschiedsrichter Daniel Kannengießer nach einigen Sekunden Bedenkzeit auf Penalty. Jonas Langmann ließ die krasse Fehlentscheidung allerdings vergessen und blieb Sieger dieses Duells. Doch der nächste Rückschlag ließ nicht lange auf sich warten. Fünf Sekunden nach dem erneuten Anspielbully kassierte Mathieu Pompei für einen Rempler direkt vor der Spielerbank eine 2 Minuten Strafe, jetzt waren die Gastgeber in Überzahl. Diese spielten sie letztlich geduldig aus und Matt MacKnight traf zum entscheidenden 4:3 für Bietigheim.

„Wir haben das Spiel gut angefangen und auch die jeweiligen Gegentreffer einigermaßen weggesteckt. Mit viel Kampfgeist und einer starken Moral haben wir dann auch noch den Ausgleich gemacht“, sagte Towerstars Coach Jiri Ehrenberger. „Dass die Overtime nicht bei 3-3 gespielt werden konnte und wir vier Mal mehr Strafzeiten bekommen haben als der Gegner, hatte das Spiel allerdings nicht verdient“, ergänzte er.

1:0 11:48 Schwarz (Schoofs ,Weller)
2:0 23:45 Schoofs (Weller, Steingross)
2:1 56:03 Roloff
2:2 58:58 Just (Pompei, Zucker)
3:2 63:31 McKnight (Weller, Sommerfeld, 4:3)
Strafminuten: Bietigheim 2, Ravensburg 8
Zuschauer: 3366

Zurück

Werbung

VOLUMEN Werbeagentur & Internetagentur in Weingarten